Season 2 #8 KI Studie

Shownotes

Mehr Pitches, weniger Relevanz und sinkendes Vertrauen: Der Einsatz von KI verändert die Kommunikation zwischen PR und Redaktionen deutlich.

Eine aktuelle Maisberger-Studie unter 73 Journalistinnen und Journalisten zeigt:

71 Prozent beobachten eine steigende Zahl an PR-Pitches bei gleichzeitig sinkender Relevanz.

76 Prozent haben weniger Vertrauen, wenn sie automatisierte Kommunikation vermuten.

84 Prozent bewerten KI-gestützte Telefonpitches als problematisch oder respektlos.

Gleichzeitig ist KI auch im Journalismus längst angekommen – vor allem als Werkzeug für Recherche und Textprüfung. Der entscheidende Unterschied: KI wird dort überwiegend als Assistenz genutzt, nicht als Ersatz für redaktionelles Urteilsvermögen.

In dieser Folge erfährst du:

– warum mehr Output nicht automatisch mehr Wirkung bedeutet – weshalb KI keinen fehlenden Nachrichtenwert retten kann – warum Automatisierung strengere Auswahl statt größerer Verteiler braucht – weshalb persönliche Medienbeziehungen durch KI noch wertvoller werden – warum automatisierte Telefonpitches aktuell eine klare Grenze darstellen – wie PR-Teams KI sinnvoll als Assistenz statt als Autopilot einsetzen

Die zentrale Frage lautet nicht: Wie können wir mehr Pitches produzieren?

Sondern: Wie vermeiden wir mehr irrelevante Kommunikation?

Denn der wichtigste KI-Skill in der PR ist vielleicht nicht das Schreiben besserer Prompts – sondern zu wissen, wann man besser gar keinen Pitch verschickt.

Hier geht´s zur Studie.

Transkript anzeigen

00:00:00: Servus und moin, der Maisbarer PR-Podcast.

00:00:13: Servus & Moin hier ist dein fünf Minuten PR-Booster Podcast.

00:00:17: heute geht es um eine unbequeme Wahrheit KI macht PR schneller aber sie macht PR nicht automatisch besser.

00:00:24: im Gegenteil wenn KI falsch eingesetzt wird produziert sie vor allem eines mehr Kommunikation die niemand braucht.

00:00:33: und genau das merken Journalistinnen und Journalisten längst.

00:00:37: Für eine aktuelle Maisberger-Studie haben wir deshalb dreiundsebzig Journalistinnen und Journalisten gefragt, wie sie den Einsatz von KI in der PR-Kommunikation erleben.

00:00:47: Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig – einundseipzig Prozent beobachten mehr PR-Pitches als noch vor ein oder zwei Jahren – gleichzeitig aber weniger Relevanz.

00:00:57: Sechsenseipzig Prozent sagen dass ihr Vertrauen sinkt wenn Sie automatisierte Kommunikation vermuten!

00:01:03: Und eighty-four Prozent bewerten KI gestützte Telefonpitches als problematisch oder sogar respektlos.

00:01:12: Das ist kein kleines Akzeptanzproblem, das ist ein klares Warnsignal!

00:01:18: Das zentrale Missverständnis, so würde ich sagen in vielen PR Teams lautet aktuell – wenn wir mit KI schneller produzieren können… Können wir auch mehr verschicken?

00:01:27: Super!

00:01:28: Technisch stimmt es, strategisch ist es jedoch falsch, denn Journalistinnen und Journalisten haben nicht plötzlich mehr Zeit, nur weil PR-Abteilungen schneller Texte schreiben können.

00:01:40: Die Zahl der Redaktionen wächst nicht im Gegenteil – die Zahl der verfügbaren Seiten wächst auch nicht!

00:01:46: Und auch der Posteingang eines Journalisten, einer Journalistin wird durch KE nicht größer, nur voller.

00:01:53: Die entscheidende Frage ist deshalb nicht.

00:01:55: wie können wir mehr Pitches produzieren?

00:02:03: irrelevante Pitches zu verschicken.

00:02:06: Klingt banal, ist es aber nicht!

00:02:09: Denn KI wird aktuell oft am falschen Punkt eingesetzt.

00:02:13: Sie hilft beim Formulieren bevor überhaupt geklärt wurde ob das Thema relevant ist.

00:02:17: Sie optimiert Betreffzeilen obwohl die Geschichte dahinter keine Nachricht ist.

00:02:22: Personalisiert anreden obwohl der Pitch inhaltlich überhaupt nichts zum Medium passt.

00:02:28: Das Ergebnis ist oberflächliche Personalisierung statt echter Relevanz.

00:02:33: Vorname stimmt, das Thema stimmt trotzdem nicht.

00:02:37: Was können wir daraus lernen?

00:02:38: Ist jetzt die entscheidende Frage!

00:02:40: Erstens KI darf keinen fehlenden Nachrichtenwert kaschieren.

00:02:45: eine sauber formulierte Mail macht auch aus einer Produktneuigkeit aus einem Produktfeature noch keine relevante Geschichte.

00:02:53: Bevor ein Text entsteht braucht es die journalistischen Grundfragen.

00:02:57: Warum ist das jetzt wichtig?

00:02:59: für wen ist das relevant?

00:03:00: was ist neu was ist überraschend Und gibt es dafür Belege.

00:03:05: Wenn diese Fragen nicht beantwortet sind, sollte auch keine KI auf generieren klicken!

00:03:10: Zweiter Punkt – Automatisierung braucht strengere Auswahl.

00:03:15: Nicht größere Verteiler.

00:03:17: Je leichter Kommunikation produziert werden kann, desto härter muss die Selektion sein.

00:03:23: Das ist der eigentliche strategische Hebel.

00:03:26: Nicht zweihundert vermeintliche personalisierte Mails sondern zwanzig sauber ausgewählte Kontakte bei dem Thema Zeitpunkt und Perspektive wirklich passen.

00:03:37: Relevanz entsteht hier nicht durch Skalierungen, Relevance entsteht durch Entscheidungen.

00:03:43: Drittens – persönliche Beziehungen werden durch KI wertvoller, nicht unwichtiger!

00:03:49: Zwei Drittel der befragten nennen persönliche Kontakte als einen der wichtigsten Faktoren im PR-Kontakt.

00:03:56: Bemerkenswert ist der Statistik denn während alle über neue Tools sprechen bleibt der stärkste PR Hebel ziemlich klassisch, nämlich Vertrauen.

00:04:06: Journalistinnen und Journalisten müssen wissen dass ein Absender ihre Arbeit versteht das nicht jede Kleinigkeit gepitscht wird, dass Informationen belastbar sind und dass hinter einer Mail hinter jeder Mail einen Mensch steht der erreichbar ist und Verantwortung übernehmen kann.

00:04:23: Dieses Vertrauen lässt sich nicht automatisieren und es entsteht nur durch viele kleine verlässliche Erfahrungen und Touchpoints.

00:04:32: Vierter Punkt KI-Telefonie ist aktuell eine Grenze.

00:05:04: Maschine entpuppt, klar ist der Effekt weg.

00:05:08: Gibt der Effekte?

00:05:09: Dann wird der Kontakt nicht effizient sondern täuschen.

00:05:13: und gerade im Beziehungsmanagement ist nicht alles sinnvoll nur weil es technisch möglich ist.

00:05:20: Und fünfter Punkt KI ist für uns ein Assistenztool.

00:05:24: kein Autopilot gilt übrigens nicht nur für PR würde ich sagen.

00:05:30: auch Journalistinnen und Journalisten nutzen KI längst.

00:05:33: also Da müssen wir uns von frei machen, dass es nicht so ist.

00:05:36: Zum Beispiel für Recherche, für Textüberprüfungen aber überwiegend als Unterstützung – nicht als Ersatz für redaktionelles Urteilsvermögen.

00:05:45: und genau diese Haltung braucht auch PR.

00:05:47: KI kann strukturieren sie kann Varianten formulieren Sie können Zusammenhänge prüfen, Texte kürzen Informationen sortieren Aber sie kann nicht zuverlässig entscheiden ob ein Thema für eine bestimmte Redaktion wirklich relevant ist.

00:06:02: Dafür braucht es Erfahrung, Medienverständnis und manchmal auch Mut einen Pitch nicht zu verschicken.

00:06:08: Getreut im Worto weniger ist mehr.

00:06:12: Was können wir jetzt mit diesem Wissen konkret tun?

00:06:15: Ich würde einfach empfehlen mal die letzten zehn Pitches anzuschauen Nicht nur logischerweise sprachlich sondern auch strategisch Bei der Anlass wirklich relevant.

00:06:25: Ist das Medium passend ausgewählt?

00:06:28: Gibt's einen klaren Nachrichtenwert weil die Ansprache persönlich oder nur automatisiert, personalisiert?

00:06:35: und hätte ein Journalist auch ohne perfekte Formulierung verstanden warum das Thema wichtig ist.

00:06:41: Wenn es nicht der Fall ist liegt das Problem nicht im Prompt dann liegt das problem vor dem Prompt.

00:06:51: Wichtig final zu sagen ist dass die Zukunft der PR nicht ohne KI funktionieren kann und funktioniert wird.

00:06:59: aber gute PR wird auch mit KI nicht ohne Menschen funktionieren.

00:07:05: Denn Geschwindigkeit erzeugt noch lange keine Relevanz, Automatisierung er zeigt kein Vertrauen und mehr Kommunikation noch lange nicht mehr Wirkung.

00:07:17: Der wichtigste KI-Skill in der PR laut unserer Studie ist deshalb vielleicht nicht das Schreiben besserer Promts sondern zu wissen wann man besser gar keinen Pitch verschickt.

00:07:30: So bis zur nächsten Folge.

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